Archiv January 2010

Nicolas Fayé - Wie das Flüstern der Zeit

Wie das Flüstern der Zeit

Nicolas Fayé - Wie das Flüstern der Zeit
Coverabbildung mit freundlicher Genehmigung


Die Geburt eines Mädchens inmitten des Zeitalters der Wanderungen weit vor dem Beginn unserer Zeitzählung. Ein geheimnisvoller Schamane weiht das Neugeborene mit einem Amulett in Form eines steinernen Auges. Und damit beginnt die abenteuerliche Lebensgeschichte von Alesha, deren Ziel die Herstellung des Friedens zwischen Gut und Böse ist. In einer Zeit voller Brutalität und strenger Regeln, gelenkt von der Macht eines geheimnisvollen Mannes mit einem gewaltigen Steinhammer, wächst die Heldin in Gefangenschaft eines mächtigen Königs auf.

Dicht erzählt und von schlüssig strukturierten Handlungssträngen geführt, entwickelt der Autor die parallelen Geschichten seiner Helden bis zum alles entscheidenden Kampf zwischen den Göttern der frühen Welt. Die einfache Wahl zwischen Gut und Böse, die wie Perlen aneinander gereihten Abenteuer von Männern und Frauen, Jungen und Mädchen, lassen das Buch sowohl als Jugendbuch, als auch für Erwachsene mit bewahrter Fantasie und Freude an einem Urzeit-Epos geeignet sein.

In neuer und verständlicher Sprache geschrieben, weiß Nicolas Fayé seine Leser dahin zu leiten, dieses Buch nicht so schnell aus der Hand zu legen. Verblüffend erscheint die Rückführung auf den Prolog, der viel zu schnell vergessen scheint, bis sich am Ende der Wunsch des Lesers entwickelt, im Vermächtnis seiner Ahnen nachzuschauen ...

Ich freue mich auf weitere Bücher von Nicolas Fayé und fühle mich versucht, den Beginn der Karriere einer männlichen und deutsch schreibenden Marion Zimmer Bradley erlebt zu haben. Dieses Buch lese ich später erneut und es wird einen Platz in meinem Buchregal bekommen, der nicht von ungefähr neben bekannten Autoren der Fantasyliteratur liegt.

Nicolas Fayé
Wie das Flüstern der Zeit
Books on Demand
9-783839-137505
280 Seiten
17,90 €

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Herzlichen Dank an den Autoren, der mir das Buch kostenlos als Rezensionsexemplar übersandt hat. Er hat sich beispielhaft freiwillig dem Risiko meiner Kritik gestellt und dafür danke ich ihm ebenfalls. Es hätte ja auch schiefgehen können :mrgreen:


Carsten Thurau - Das Toastbrot am Ende der Straße

Der Titel macht neugierig. Zugegeben, meistens Leute wie mich, die hinter jeder (Bücher)Ecke schwarzen Humor oder zumindest eine Form von Satire erwarten, die einem den Atem nimmt.

Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch den gelenkten Zufall eines Beitrags im Autorenpool, wie man BoD-Bücher bei Amazon findet. Und da stand irgendwo mitten in der Liste das hier:

Das Toastbrot am Ende der Straße - Carsten Thurau
(Bildquelle bod.de)


"Das Toastbrot am Ende der Straße" enthält Kurzgeschichten über all die Widrigkeiten, über die sich wache und aufmerksam meckernde Bundesbürger Tag für Tag aufregen. Carsten Thurau rechnet auf manchmal abenteuerlich harte Art und Weise mit den gängigen Klischees ab. Kindergarten, Bankenskandal, Abwrackprämie, Wolfgang Schäuble und natürlich dem Durchschnittsdeutschen, welchem eines Morgens bewußt wird, daß er nicht durchschnittlich sein kann. Erst recht, wenn seine Frau mit angeborener Lässigkeit erheblich durchschnittlicher ist als er. Am Abend, dem entscheidenden Moment der statistischen Abrechnung.

Ab und an dachte ich, so von Autor zu Autor, "Darf man das so schreiben?". Und dann habe ich mir vorgestellt, dieses Buch vor einer ausverkauften Gruga-Halle vorzutragen und es war sofort klar "Ja!" Verbunden mit dem Nachsatz "Ein Dieter Nuhr und ein Ingo Appelt machen es ja auch." Sollte sich der Autor also nicht trauen - ich übernehme das gern. Das Vortragen. Außer im Altenheim, wegen der Sache mit den Rentnern, Sie verstehen?

Nochmal zum Inhalt. Wer Frau Merkel mag, mit unseren Politikern einverstanden ist, im Discounter um die Ecke niemals an der Kasse steht und auch ansonsten lieber BILD-Zeitung liest, der braucht dieses Buch nicht. Wobei die Entstehungsgeschichte der BILD hier ebenso enthalten ist, wie die Gedanken über den letzten Streik der Kindergärtnerinnen. Mit Lösungsvorschlag übrigens. Zum Letzteren.

Machen wir uns nichts vor: Die 160 Seiten sind keinesfalls leichte Kost, die man an einem Tag verzehrt. Leserisch, meine ich jetzt. Doch sie rechnen mit allem ab, was derzeit dem Bürger noch auf der Seele brennt. Einschließlich den Westfalen, das aber nur am Rande.

Natürlich enthält dieses Buch als selbstgestaltetes Produkt mit Hilfe von BoD auch Rechtschreibfehler. Darauf weist der Autor explizit auch hin. Doch ich denke mal, die kann der Leser gern behalten.

Die 9,90 € sind gut investiert und so fällt erst am Ende auf, daß eine Sache fehlt. Das Toastbrot am Ende der Straße. Das kommt nämlich im Buch nicht vor.



Das Toastbrot am Ende der Straße
Carsten Thurau
Books on Demand, Norderstedt
160 Seiten
9,90 €
ISBN 978-3-8391-4101-4

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